KuK an 3!

2.-30.6.2020

Bereits zum dritten Mal präsentierten die Stadt Gera und ihre Partner Ja — für Gera und IBA Thüringen zu einer Ausstellung den aktuellen Stand der Planungen für Geras Neue Mitte ein. Gezeigt wurden die 19 Entwürfe des Wettbewerbs „Freiraum Mitte“, die Ausstellung „Konzeptverfahren und Baukultur“, das Massenmodell der künftig möglichen Bebauung und die gültigen Planungsgrundlagen.

Ausstellung KuK an 3! vom 02. - 30.06.2020, Foto: Thomas Müller

Offener Wettbewerb Gera: Freiraum Mitte

Kernelemente des geplanten Innenstadtquartiers sind ein Grünzug und die Plätze vor dem Kultur- und Kongresszentrum (KuK) und am Stadtmuseum.
Der Platz an der Kreuzung der Hauptfußgängerachse mit dem neuen Grünzug wird die künftige Identität und Attraktivität der Innenstadt entscheidend
mitprägen. Gefragt ist eine unverwechselbare Gestaltung, die eine hohe Aufenthaltsqualität in die zentralen öffentlichen Räume bringt. Gezeigt werden
die Pläne der 19 Büros, die sich am Ideen- und Realisierungswettbewerb beteiligt haben.

Ausstellung "Konzeptverfahren und Baukultur"

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) präsentiert 14 vorbildhafte Projekte aus Deutschland und Österreich. Bei der Konzeptvergabe
werden Grundstücke nicht zum höchsten Preis, sondern nach inhaltlichen und strategischen Kriterien an herausragende Projekte vergeben. Die gezeigten Beispiele sind als Anregung für Geras Neue Mitte und ähnliche Vergabeverfahren innerstädtischer Grundstücke zu sehen. Hier geht’s zum Link

Städtebauliches Modell des Rahmenplans Geras Neue Mitte

Die räumliche Dimension der möglichen künftigen Entwicklung kann am aktualisierten Modell M 1:200 gut erfasst diskutiert werden.

Rahmenplan

Mit den Ergebnissen der Ausstellung KuK an 2 wurde der Rahmenplan 2018 nochmals überarbeitet und am 23. August 2018 vom Stadtrat beschlossen.
Kuk an 3 zeigt die Änderungen und den aktuellen Stand.

Bebauungspläne

Am 11. April 2019 hat der Stadtrat den Abwägungs-, Billigungs- und Auslegungsbeschluss für die Bebauungspläne B/120/17 und B/121/17 für Geras Neue Mitte gefasst. KuK an 3 zeigt die Beschlussvorlage. Der endgültige Satzungsbeschluss steht noch aus.

Campus Rutheneum (Pläne)

Nächstes Jahr soll der neue Schulcampus des Goethe-Gymnasiums an der Johannisstraße eröffnen. KuK an 3 zeigt die aktuellen Pläne.

Bürgerakademie Stadtentwicklung 2020
Ja - für Gera e.V. in Kooperation mit der Volkshochschule Gera

Erstmalig führten Ja – für Gera e.V. und Volkshochschule Aenne Biermann Gera die „Bürgerakademie 2020“, – gefördert durch den Freistaat Thüringen -, in Kooperation durch, welche seit mehreren Jahren „mit dem Blick über den Tellerrand“ die verschiedensten Themen der Stadtentwicklung in den Focus genommen hat. Auch für das diesjährige Dachthema „Ökologie und Urbanität im Spannungsfeld von Stadtentwicklungsstrategien in Stadtzentren“ wurden drei renommierte Fachleute gebeten, zu verschiedenen Aspekten ihre Positionen vorzutragen.

Die Bürgerakademie 2020 wurde gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Frau Brakenhoff illustriert an Beispielen verschiedener Projekte ihr Verständnis über den Zusammenhang von urbaner Dichte und offenen Stadträumen, über Zusammengehörigkeit und Widersprüchlichkeit von Bebauung und vielfältig genutzten Stadträumen. Sie zeigt, dass die moderne Stadt durch kompakte und differenzierte Gebäudenutzungen, die mit offenen Räumen, mit Ein- und Durchblicken, mit Staffelung von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Nutzungen und Zugänglichkeiten korrespondieren, lebt.
Barbara Brakenhoff studierte zunächst Sozialpädagogik und arbeitete als Sozialplanerin bei der IBA in Berlin-Kreuzberg. Später studierte sie Architektur und arbeitete 1997-2006 im Büro Prof. Laage Hamburg als Architektin und in der Geschäftsführung. Sie leitete das Leipziger Büro, das sie ab 2006 als eigenes Planungsbüro führte. Ab 2015 verantwortete sie die Stadt-Ausstellung, den ersten Bauabschnitt des neuen Stadtteils Neckarbogen, im Rahmen der „Bundesgartenschau Heilbronn 2019“. Seit Anfang 2020 leitet sie die Sindelfinger IBA-Projekte der IBA 27 „StadtRegion Stuttgart“.

Herr Dr. Carlo Becker stellt dar, dass Klimawandel ein Umdenken in dicht bebauten Innenstädten, die von Hitze und urbaner Überflutung betroffen sind, erfordert. Strategien der hitzeangepassten und wassersensiblen Stadtentwicklung werden immer notwendiger. Zielrichtungen der Klimaanpassung sind: Begrünen, Verschatten, Rückhalten und Verdunsten, Rückstrahlen und Speicherraum schaffen. Als Schlüsselmaßnahme wird dargestellt, das Regenwasser nicht mehr abzuleiten, sondern es zur Kühlung der Städte einzusetzen. Es werden Beispiele für Konzepte der Klimaanpassung aus verschiedenen Städten vorgestellt. Übertragbarkeiten auf Gera sollen diskutiert werden.
Herr Dr. Becker hat Landschaftsplanung an der TU Berlin studiert und 1990 promoviert. 2011-2017 hatte er eine Vertretungsprofessur an der BTU Cottbus inne. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die mehrdimensionale Entwicklung der Städte und Regionen durch geschickte Überlagerung von Interessenlagen und deren Gestaltung. Seit 1987 ist er Gesellschafter des Büros bgmr Landschaftsarchitekten Berlin. Das Büro arbeitet sowohl auf der gesamtstädtischen Ebene als auch in der baulichen Umsetzung von Projekten der Grünen Infrastruktur. Herr Dr. Becker hat verschiedene Forschungsprojekte bearbeitet, wie z.Bsp. „Urbane Freiräume-Sicherung und Qualifizierung“ (im Auftrag des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung).

Herr Wolfram Stock, Vorsitzender des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten bdla in Thüringen, zeigt Potentiale der neuen Platzfläche vor dem KuK sowie der vorhandenen Platzwände und Nutzungsebenen und der geplanten Fassaden/Dachflächen der geplanten Neubauten in zeitgemäßer Gestaltsprache auf (Haus am Brühl und Haus am KuK). Er skizziert temporäre Nutzungen für die große Freifläche bis zur späteren Bebauung sowohl anhand von Beispielen vergleichbarer Platzflächen in anderen Städten als auch in Erläuterung des Wettbewerbsentwurfes des 1.Preisträgers des Wettbewerbs „Freiraum Mitte“.
Herr Stock ist Absolvent der TU München/Weihenstephan und mit seinem Büro seit 1993 in Jena fest verankert. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Freiraumplanung von Freianlagen, Gärten, Parks und Denkmalobjekten, wie z.Bsp. die Freianlagen der Dualen Hochschule Gera (Tinzer Schloss), sowie die Landschaftsplanung für Städte und Regionen.

02.06.2020 im Kultur- und Kongresszentrum

Barbara Brakenhoff, Leipzig, zu „Urbane Stadt versus offene Stadträume“

03.06.2020 im Klima-Pavillon

Dr. Carlo Becker, Berlin, zu „Strategien zur positiven Klimabeeinflussung in
Stadtzentren“

03.06.2020 im Klima-Pavillon

Wolfram Stock, Jena, zu „Anforderungen an zeitgemäße Freiräume in Innenstädten“

Abschlussveranstaltung der Bürgerakademie Stadtentwicklung 2020

Über die Vortragsveranstaltungen  hinaus wurde am 30. Juni 2020 im Klimapavillon von Ja -für Gera e.V. in Kooperation mit der Volkshochschule Gera eine Abschlussveranstaltung  unter dem Motto “Geras Innenstadt im Aufwind – Attraktive Innenstadt: Gemeinsam entwickelt durch Qualität, Baukultur, Kreativität und Leidenschaft” organisiert und erfolgreich durchgeführt.

Die bürgerschaftlich-wirtschaftliche Initiative “Ja-für Gera e.V.” hat trotz der Coronakrise und der an vielen Stellen noch offenen Problemlagen damit für die Öffentlichkeit sichtbar machen wollen, dass in unserer Stadt an vielen Stellen ein Engagement von Unternehmen, Bürgern und der öffentlichen Hand existiert, um unsere Innenstadt weiter voranzubringen. Die Organisatoren und Akteure dieses Veranstaltungskonzeptes waren überzeugt, dass es gerade in diesen Zeiten wichtig ist, die Entwicklungserfordernisse und darauf basierten Aktivitäten in den Gesamtzusammenhang zu stellen und insofern signalisiert das Motto “Geras Innenstadt im Aufwind!”, dass an vielen Stellen des Zentrums positive Entwicklungen bereits festzustellen bzw. durch entsprechendes Handeln in nächster Zeit bzw. manchmal auch erst später zu erwarten sind. Ausgehend davon, dass das IBA-Projekt “Geras Neue Mitte” und das “Hertie-Quartier”, welche die zwei entscheidenden Schlüsselinvestitionen für eine Gesundung und zugleich positive Entwicklung des gesamten Zentrums darstellen, ist jede weitere Investition, ob in Bezug auf Baukultur, öffentlichen Raum, Wohnen oder Kreativkonzepte für Handels- und Diensleistungsbereiche etc., von enormer Bedeutung und das unabhängig der jeweiligen Investitionsgröße.

Aus diesem Grund wurde der Kernbereich der Innenststadt, von der Leipziger Strasse bis zum Stadtgraben und vom Zschochern/Zschochernplatz bis zur Heinrichsstrasse, mit der bereits erwähnten Zielstellung betrachtet.

Geras Neue Mitte